066 Revitalisierung Siedlung Vorfeld

Anfang der 1950-er Jahre errichteten die amerikanischen Streitkräfte im Vorfeld 21 nahezu gleiche Wohngebäude in Systembauweise mit amerikanischem Wohnstandard. Seit Abzug der US-Armee aus dem Vorfeld im Jahr 1995 werden die Gebäude als Wohnbauten für die Neu-Ulmer Bevölkerung genutzt. Die Gebäude stellen sich heute als viergeschossige Einzelgebäude ohne erkennbaren räumlichen Zusammenhang dar.

Innerhalb der nächsten Jahre werden die bestehenden Gebäude nach und nach modernisiert. Im Rahmen der Modernisierung werden die Wohnungen innenräumlich auf den neuesten Standard gehoben, Balkone ergänzt und die Zugangssituationen verbessert.

Zusätzlich zu den Maßnahmen innerhalb der Wohnungen wird die gesamte Siedlung durch die Anlage von privaten Mietergärten, durch den Rückbau und der Mischnutzung der Erschließungsflächen und die Minimierung der versiegelten Flächen bei gleichzeitiger Nachpflanzung von Bäumen aufgewertet. Durch ein neues Stadtteilbüro wird für die Bewohner ein Forum des Zusammentreffens geschaffen.

Ins Auge fallen die neuen Farben. Ziel des zukünftigen Erscheinungsbildes des Quartier Vorfeld ist, zusammenhängend wahrnehmbare Stadträume zu bilden, um die Orientierbarkeit im Quartier zu verbessern und um die Identifikation zu steigern. Dazu werden nicht die Einzelgebäude als solche, sondern der Raum, der sich zwischen ihnen bildet, betrachtet. Jedes Gebäude hat somit Straßenseiten und Gartenseiten. Straßenseiten werden mit der Farbe Rot belegt, Gartenseiten mit der Farbe Grün. Darüber hinaus besitzt jede der beiden Komplementärfarben vier verschiedene Abstufungen in ihrer Intensität. Diese vier Abstufungen verhalten sich zu den Himmelsrichtungen unterschiedlich: Die Nordseiten erhalten die intensivsten Sättigungen, die Südseiten die geringsten Sättigungen, Ost- und Westseiten liegen in ihren Sättigungen entsprechend dazwischen. Die Abstufungen der Farben in ihrer Sättigung liegen im Bereich von Nuancen in Anlehnung an die Lichtintensität der unterschiedlichen Sonnenstände. Durch die beschriebene Differenzierung entstehen zwei Farbtöne in jeweils vier unterschiedlichen Sättigungen.

Dadurch werden zukünftig die Gebäude nicht mehr nur als nebeneinanderstehende Einzelgebäude wahrgenommen, sondern als Stadtkörper, die eine zusammenhängenden Stadtraum bilden. In diesem Zusammenhang bildet die zukünftige Farbgestaltung eine Strategie zur Urbanisierung des Quartiers Vorfeld und zur Bildung einer starken Identität der Bewohner mit ihrem Wohnquartier.

  • Klient:

    NUWOG Wohnungsgesellschaft der Stadt Neu-Ulm mbH

  • Ort:

    Neu-Ulm

  • Planungszeitraum:

    1999 - 2009

  • Geschossfläche:

    45.640 m²

  • Planungsgebiet:

    8,1 ha

  • Team:

    Partner
    Dietrich Fink, Thomas Jocher
    Projektteam
    Stephan Riedel (Projektleitung), Konrad Schiele

  • Fachplanungen:

    Susanne Burger Landschaftsarchitekten, München (Freianlagenplanung)
    Linder + Lattner, Freie Architekten, Günzburg (Bauleitung)
    Ingenieurbüro Eiermann, München (Tragwerkplanung)
    Ingenieurbüro Mayer VDI, Ulm (Haustechnikplanung)
    Veitinger & Partner, Beratende Ingenieure, Ulm (Elektroplanung)

  • Fotografie:

    Michael Heinrich Fotografie für Architekten

Zeichnungen

Lageplan
Lageplan
Grundriss Regelgeschoss - Bestand vs. Revitalisierung
Grundriss Regelgeschoss - Bestand vs. Revitalisierung
Ansicht - Bestand vs. Revitalisierung
Ansicht - Bestand vs. Revitalisierung
Farbkonzept
Farbkonzept

Fotos vor Revitalisierung

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