Das Gelände hatte als Standort eines ehemaligen Kieswerks über Dekaden eine herausra-gende Bedeutung für das Wachstum der Stadt Senden und den ökonomischen Aufschwung der Region. Die heutige Seenlandschaft entlang des Flusses der Iller ist in weiten Teilen ein Überrest der ehemaligen Kiesgewinnung und als Konversionsfläche gleichwohl bestens ge-eignet für die Entwicklung eines zukünftigen Quartiers für Seniorinnen und Senioren mit er-gänzenden Einrichtungen für Sozialstation, Tagespflege, Gastronomie und Kinderbetreuung.
Der Entwurf greift dabei auf den Siedlungstyp des in Zentral- und Südeuropa seit dem frühen Mittelalter bewährten Typus´ des Angers zurück. Der Anger wird als gemeinschaftlich genutz-ter Quartiersplatz der konstituierende Ort der Siedlung. Gemeinschaftliche Einrichtungen, ebenso wie alle Hauseingänge orientieren sich zu diesem Raum. Alle Bewohnerinnen und Bewohner partizipieren alltäglich in ihrer Wohnung von der Lagegunst aus Orientierung zum Anger und gleichwohl zum ihn umgebenden Naturraum.
Die Häuser selbst sind äußerst kompakt und fügen sich zurücknehmend in den Landschafts-raum ein. Blickachsen zwischen den Häusern schaffen kontinuierlich Orientierung und Kon-takt zum erweiterten Gelände. Grundsätzlich kommen ausschließlich natürliche und nach-wachsende Rohstoffe zur Anwendung. Die bewusste Auswahl der Baustoffe, ein hohes Maß an Präfabrikation mittels Modulbau, die Optimierung der Materialquerschnitte, die Rückführbarkeit der einzelnen Baustoffe und ein geringerer Verbrauch an Rohstoffen konkre-tisieren ein Konzept der Klimaneutralität in der gesamtheitlichen Betrachtung vom Baustoff bis hin zum Betrieb und Rückbau der Häuser.
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Klient:
illerSENIO
c/o Caritasverein Illertissen gGmbH -
Ort:
Senden
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Planungszeitraum:
2025
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Planungsgebiet:
40.600 m2
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Geschossfläche:
23.660 m2
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Team:
Partner:
Dietrich Fink, Ulrich Binder, Lukas Brecheler (Assoziierter)
Projektteam:
David Fritz (Projektleitung), Lisa Strandl, Jan Würfel -
Verfahren:
Mehrfachbeauftragung
Präsentationspanels