Anerkennung Ehemalige Daimlersiedlung Stuttgart-Hallschlag

Fink+Jocher Architekten erhalten zusammen mit uniola Landschaftsarchitektur und Climateflux eine Anerkennung im Städtebaulichen Wettbewerb Ehemalige Daimlersiedung, Stuttgart-Hallschlag.

Im Städtebaulichen Wettbewerb der Ehemaligen Daimlersiedung, Stuttgart-Hallschlag, gilt es die gegebenen Städtebaulichen Strukturen mit einer zukunftsfähigen Wohnbebauung und einer Aufwertung des Freiflächen- und Wegesystems zu einem wirtschaftlich realisierbaren, nachhaltigen Stadtquartier zu entwickeln.
Die prägenden Strukturen der ehemaligen Daimlersiedlung sind zum einen die Wohnhochhausscheiben im Norden, die Zeilenbauten im Süden und die Punkthäuser im Osten an der Rostocker Straße.
Dieser Beitrag versteht sich als Stadtreparatur und versucht mit der Setzung von vier Baukörpern, die jeweiligen Stadträume in ihrem Charakter zu ergänzen und räumlich aufzuwerten. Gleichzeitig setzt das übergeordnete Freiraumkonzept diese neuen Cluster in Bezug und fügt das Quartier zu einem Gesamtgebilde zusammen (-> uniola.com/de).

Der wesentliche bauliche Eingriff ist die Ergänzung der bestehenden Wohnhochhausscheiben durch ein drittes gleichwertiges Volumen. Durch seine robuste Grundgeometrie und physische Präsenz, erhält der Raum zwischen den Hochhausscheiben eine klare räumliche Fassung. Das neue Haus greift die Proportionen der bisherigen Bebauung auf, und überträgt die architektonische Idee, als tiefes verdichtetes Haus, in die heutige Zeit. Gestaltgebend für das neue, nachhaltige Hochhaus ist die begrünte und energetisch aktive Fassade. Diese besteht aus einer umgehenden Schicht von Pflanztrögen, sowie einer Brüstung aus Photovoltaikelementen.

Die Gestaltung eines qualitativ hochwertigen Freiraums mit dem Rückbau von Infrastruktur wird zur Entwurfsstrategie der südlichen Zeilenbebauung. Als Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, kommt es hier zu keiner Intervention der bestehenden Strukturen und somit zu keiner neuen Flächenversiegelung. Mit Blick auf eine zu erwartende Reduzierung des Individualverkehrs auf Quartiersebene, kann mittelfristig durch diese Strategie sogar eine große Fläche von Parkplätzen befreit und entsiegelt werden. Auf diese Art wird die Rostocker Straße zu einem neuen grünen Rückgrat für die Zeilenbebauung. Mit jeweils zweigeschossigen, pavillonartigen Gebäuden an den beiden Enden fassen diese den neuen Grünraum, welcher im Zusammenspiel mit dem Quartiersplatz als Bindeglied zum höher gelegenen Freiraum zwischen den Hochhäusern dient.

Die zwei Punktbauten an der Rostocker Straße werden durch einen dritten, volumetrisch verwandten Baukörper in Holzbauweise ergänzt und räumlich wirksam gemacht.

Ziel ist es, eine Nachverdichtung zu realisieren die den Wärmeinseleffekt nicht verstärkt, eine kontinuierliche Durchlüftung des Quartiers ermöglicht und eine maximale Versickerungsfähigkeit des Bodens durch unversiegelte Flächen garantiert. Das neue Quartier ist klimaneutral konzipiert.

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